Grundfähigkeitenversicherung – wenn der Körper streikt, bevor die BU greift
Stellen Sie sich vor, ein Dachdecker verliert durch einen Unfall das Gefühl in beiden Händen. Oder eine Grafikdesignerin erblindet auf einem Auge. Oder ein Fahrlehrer kann nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen. Der Beruf ist zwar noch theoretisch ausübbar – aber in der Praxis nicht mehr möglich.
Genau für solche Situationen wurde die Grundfähigkeitenversicherung entwickelt. Sie schützt nicht den Beruf als Ganzes, sondern die konkreten körperlichen Fähigkeiten, die Sie für Ihre Arbeit – und für Ihr Leben – brauchen. Fällt eine dieser Fähigkeiten dauerhaft weg, zahlt die Versicherung eine monatliche Rente.
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Was genau ist versichert?
Die Grundfähigkeitenversicherung arbeitet mit einem klar definierten Katalog an Fähigkeiten. Verlieren Sie eine dieser Fähigkeiten dauerhaft, tritt die Versicherung in Leistung – ohne langwierige Gutachtenverfahren, ohne die Diskussion darüber, ob Sie theoretisch noch irgendeinen anderen Beruf ausüben könnten.
Typische versicherte Grundfähigkeiten sind: Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Stehen, Greifen, Heben, kognitive Funktionen wie Konzentration und Orientierung sowie in vielen Tarifen auch das sichere Bedienen von Kraftfahrzeugen.
Die meisten Anbieter unterteilen den Leistungskatalog in zwei Bereiche: Im sogenannten A-Katalog reicht der Verlust einer einzigen Fähigkeit aus, um die Rente zu erhalten. Im B-Katalog müssen in der Regel mehrere definierte Einschränkungen gleichzeitig vorliegen. Welche Fähigkeiten in welchem Katalog stehen, unterscheidet sich von Tarif zu Tarif erheblich – und genau hier liegt der Teufel im Detail.
Für wen ist die Grundfähigkeitenversicherung besonders sinnvoll?
In unserer Beratungspraxis empfehlen wir die Grundfähigkeitenversicherung vor allem in drei Situationen: erstens für Berufsgruppen mit körperlich anspruchsvoller Tätigkeit, für die eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung sehr teuer ist – zum Beispiel Handwerker, Pflegepersonal oder Berufskraftfahrer. Zweitens für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine vollwertige BU mehr abschließen können. Und drittens als ergänzende Absicherung neben einer bestehenden BU, wenn spezifische körperliche Risiken besonders relevant sind.
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Maler und Lackierer, Mitte 30, hatte aufgrund einer früheren Rückenbehandlung Schwierigkeiten, eine BU zu einem akzeptablen Beitrag zu erhalten. Mit einer Grundfähigkeitenversicherung konnte er sich für seine wichtigsten körperlichen Funktionen – insbesondere Heben, Stehen und Greifen – absichern. Kein Ersatz für eine vollwertige BU, aber deutlich besser als gar keine Absicherung.
Was leistet die Grundfähigkeitenversicherung – und was nicht?
Die Stärke der Grundfähigkeitenversicherung liegt in ihrer Klarheit: Die Leistungsauslöser sind objektiv messbar. Entweder ist die Fähigkeit dauerhaft eingeschränkt oder nicht. Das vermeidet viele der typischen Streitigkeiten, die bei einer BU im Leistungsfall entstehen können.
Die Grenzen liegen dort, wo die Grundfähigkeiten noch vorhanden sind, aber die Arbeitsfähigkeit dennoch verloren geht – etwa bei psychischen Erkrankungen, Burnout oder chronischen Schmerzsyndromen. Diese Szenarien sind in der Regel nicht abgedeckt. Wer sich auch dagegen absichern möchte, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Kombination aus beiden nachdenken.
Mehr dazu auf unserer Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung und zur Einkommensversicherung.
Worauf sollten Sie beim Tarifvergleich achten?
Aufgrund unserer Erfahrung sind die drei wichtigsten Vergleichspunkte: Welche Fähigkeiten stehen im A-Katalog – also bei denen bereits eine Einschränkung zur Leistung reicht? Wie ist „dauerhaft“ definiert – ab wann gilt ein Verlust als dauerhaft im Sinne der Police? Und gibt es eine Nachversicherungsgarantie, die es erlaubt, die Rente bei veränderten Lebensumständen anzupassen?
Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind groß. Wir vergleichen für Sie den gesamten Markt und erklären Ihnen im Gespräch, welcher Tarif zu Ihrer Lebenssituation und Ihrem Beruf wirklich passt – ohne Bindung an einen bestimmten Anbieter.
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