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Alle 2,5 Minuten schlägt es ein: Warum Blitzschäden 2024 so teuer wie nie zuvor waren
Sommergewitter sind beeindruckend anzusehen – doch für Hausbesitzer und Mieter können sie zum finanziellen Albtraum werden. Die neuesten Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind alarmierend: Rund 220.000 Blitz- und Überspannungsschäden wurden allein im letzten Jahr gemeldet.
Wir bei Oeconomia beobachten diesen Trend schon länger. Es ist nicht nur die Häufigkeit der Blitze, die uns Sorgen bereitet, sondern vor allem die Schadenshöhe.
Ein neuer Rekord: 350 Millionen Euro Gesamtschaden
Im Jahr 2024 zahlten die Versicherer insgesamt rund 350 Millionen Euro für die Regulierung dieser Schäden – der höchste Wert seit über zwei Jahrzehnten! Besonders auffällig für uns als Makler: Der durchschnittliche Schaden pro Fall kletterte auf 1.600 Euro. Das sind 200 Euro mehr als im Vorjahr.
Woran liegt das? Unsere Häuser sind heute kleine „Rechenzentren“. Ob Smart-Home-Steuerung, hocheffiziente Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen oder das teure Home-Office-Equipment – wo früher nur eine Glühbirne durchbrannte, verschmort heute komplexe Elektronik, deren Reparatur richtig ins Geld geht.
Blitzschlag vs. Überspannung: Wo liegt der Unterschied?
In der Beratung im Mellenbergweg erklären wir oft den wichtigen Unterschied, den viele nicht kennen:
- Direkter Blitzschlag: Der Blitz trifft direkt das Haus. Hier sind meist die Dachsubstanz oder das Mauerwerk betroffen.
- Überspannungsschaden: Der Blitz schlägt in der Nähe ein (bis zu 2 km entfernt!) und die Energie entlädt sich über das Strom- oder Telefonnetz. Das ist die häufigste Ursache für kaputte Fernseher, Router oder Heizungssteuerungen.
Experten-Tipp von uns: Prüfen Sie Ihren alten Vertrag! In vielen Tarifen von „anno dazumal“ sind Überspannungsschäden gar nicht oder nur bis zu einer sehr geringen Summe (z.B. 5 % der Versicherungssumme) versichert. Moderne Tarife decken dies heute meist zu 100 % ab.
Ein Beispiel aus unserer Hamburger Praxis
Ein Kunde rief uns nach einem heftigen Sommergewitter an. Der Blitz war in einen Baum drei Grundstücke weiter eingeschlagen. Bei ihm zu Hause war jedoch die Steuerung der neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe komplett lahmgelegt. Schaden: knapp 2.800 Euro.
Dank einer modernen Wohngebäudeversicherung, die wir im Vorjahr aktualisiert hatten, übernahm der Versicherer die Kosten anstandslos. Mit seinem alten Vertrag wäre er vermutlich auf den Kosten sitzen geblieben, da dort Überspannungsschäden nur sehr begrenzt mitversichert waren.
Wer zahlt was? Die Rollenverteilung
Damit Sie im Ernstfall nicht zwischen den Stühlen sitzen, ist die richtige Aufteilung entscheidend:
- Wohngebäudeversicherung: Schützt alles, was fest mit dem Haus verbunden ist (Dach, Wände, Heizung, fest installierte Smart-Home-Komponenten).
- Hausratversicherung: Schützt alles „Bewegliche“ (Laptop, TV, Küchengeräte, Spielekonsolen).
So schützen Sie sich aktiv
Neben dem richtigen Versicherungsschutz empfehlen wir bei Oeconomia auch technische Vorsorge:
- Äußerer Blitzschutz: Der klassische Blitzableiter schützt die Bausubstanz.
- Innerer Überspannungsschutz: Spezielle Module im Sicherungskasten oder hochwertige Steckerleisten mit Überspannungsschutz für empfindliche Geräte.

