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Sicherheitskonzept für Cannabis Social Clubs: Auflagen erfüllen – und besser versichert sein

Du hast deinen CSC gegründet, die Satzung steht, das Team ist motiviert – und dann kommt die Behörde und fragt nach dem Sicherheitskonzept. Was genau muss da rein? Was reicht wirklich aus, um die Anbaulizenz zu bekommen? Und was hat das Ganze eigentlich mit eurer Versicherbarkeit zu tun?

Ich bin Ben von Oeconomia. Wir begleiten Cannabis Social Clubs von Anfang an – von der ersten Frage rund um die Gründung bis zur fertigen Versicherungslösung. Und ich kann dir sagen: Das Sicherheitskonzept ist einer der Punkte, an dem viele CSCs mehr Zeit verlieren als nötig. Nicht weil es so kompliziert wäre – sondern weil sie nicht wissen, wie eng Sicherheitsauflagen und Versicherungsschutz zusammenhängen.

Wer das einmal verstanden hat, spart bares Geld – und schläft ruhiger.

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Was verlangt das Gesetz eigentlich konkret?

Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) ist klar: Wer eine Anbaulizenz will, muss ein Sicherheitskonzept für Anbau und Lagerung vorlegen. Was das konkret bedeutet, variiert je nach Bundesland – aber ein paar Punkte sind überall Standard.

Zutritt darf nur für registrierte Mitglieder möglich sein. Das klingt selbstverständlich, aber in der Praxis scheitern viele CSCs daran, dass sie keine nachweisbare Zutrittskontrolle vorweisen können. Ein Schlüssel für alle reicht nicht – Behörden erwarten technische oder organisatorische Lösungen: elektronische Schließsysteme, Chips, Zugangslisten, im Idealfall mit Protokollierung.

Dazu kommen Brandschutzauflagen: Rauchmelder, Feuerlöscher, dokumentierte Fluchtwege. Wer in umgebauten Hallen oder Gewächshäusern anbaut, braucht häufig ein Fachgutachten – die Baurechtsbehörde und die Cannabisbehörde sind zwei verschiedene Stellen, die beide zufrieden sein wollen.

Und dann ist da noch der Bereich, der am häufigsten unterschätzt wird: Einbruchsschutz. Das Gesetz spricht von „angemessener Einbruchssicherung“ – aber was angemessen ist, liegt im Ermessen der Behörde. Wer hier zu knapp kalkuliert, riskiert eine Nachforderung oder im schlimmsten Fall die Ablehnung des Antrags.

Was Versicherer wirklich sehen wollen

Hier wird’s für euch als CSC-Vorstand besonders interessant. Denn Versicherer denken anders als Behörden – und oft strenger.

In der Beratungspraxis erleben wir es regelmäßig: Ein Club hat die Anbaulizenz bekommen, alles läuft – aber dann kommt die Inventarversicherung nicht zustande, weil das Sicherheitskonzept aus Versicherersicht nicht ausreicht. Behörde sagt „ok“, Versicherer sagt „nein“ – das ist kein Widerspruch, sondern zwei unterschiedliche Bewertungsmaßstäbe.

Was Versicherer für eine Inventarversicherung typischerweise sehen wollen:

Türen und Fenster: Einbruchhemmende Ausführung, geprüfte Sicherheitszylinder, stabile Rahmenkonstruktion. Wer in einer alten Lagerhalle sitzt und die Fenster nicht gesichert hat, bekommt oft keinen Schutz – oder nur mit massivem Selbstbehalt.

Alarmanlage: Nicht jede Alarmanlage ist gleich. Versicherer unterscheiden zwischen einer einfachen Sirene und einer VdS-zertifizierten Alarmanlage mit Aufschaltung auf eine Notruf- und Serviceleitstelle (NSL). Letzteres ist teurer – aber es öffnet erheblich mehr Türen bei der Versicherbarkeit.

Videoüberwachung mit Aufzeichnung: Nicht nur für die Behörde, sondern auch für die Schadensregulierung wichtig. Wenn nachher Diebstahl oder Sabotage im Raum steht, ist eine Kamera ohne Aufzeichnung nahezu wertlos.

Lagerung: Cannabis und Saatgut sollten in gesicherten Bereichen – idealerweise abschließbaren Räumen oder Schränken – aufbewahrt werden. Wertvolle Anbauequipment (Beleuchtung, Steuerungssysteme, Belüftung) ist für Versicherer klassisches Risikogut.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis: Ein CSC in Norddeutschland hatte eine sehr ordentliche Anlage – modernes Equipment, saubere Dokumentation, alles sehr professionell. Aber die Eingangstür zur Anbaufläche war eine Standard-Innentür ohne Sicherheitszylinder. Das war der einzige Punkt, an dem der erste Versicherer ablehnte. Nach einem Türentausch für rund 800 Euro war die Police machbar – und die Jahresprämie für die Inventarversicherung lag erheblich niedriger als ohne diesen Nachbesserung.

Gut gesichert = günstiger versichert. Das ist keine Werbebotschaft – das ist Versicherungsmathematik.

Welche Versicherungen sind konkret betroffen?

Das Sicherheitskonzept spielt nicht nur für die Inventarversicherung eine Rolle. Wir schauen bei CSCs grundsätzlich auf ein Paket aus mehreren Bausteinen:

Inventarversicherung / Inhaltsversicherung: Schützt eure gesamte Ausrüstung – von der Beleuchtungsanlage über Klimatechnik bis hin zu den Erntemengen. Hier ist das Sicherheitskonzept direkt entscheidend für die Versicherbarkeit und die Prämie.

Vereinshaftpflicht: Schützt den Club, wenn Dritten ein Schaden entsteht – etwa durch einen Mitarbeiter oder durch das Vereinsgelände. Hier spielt das Sicherheitskonzept indirekt eine Rolle: Wer dokumentiert, dass er alles getan hat, was möglich war, steht im Schadensfall deutlich besser da.

D&O-Versicherung (Vorstandshaftung): Das ist der Baustein, den viele CSC-Vorstände nicht auf dem Schirm haben. Wer als Vorstand eines CSC eine Auflage verletzt – auch unbewusst – kann persönlich haftbar gemacht werden. Die D&O schützt euch als natürliche Personen. Mehr dazu findet ihr in unserem Beitrag zu den 5 wichtigsten Versicherungen für Cannabis Social Clubs.

Cyber-Versicherung: Wer digitale Zugangskontrollen, Mitgliederverwaltungssoftware oder Anbauprotokolle digital führt, hat ein Cyber-Risiko. Das wird in der Branche noch kaum diskutiert – aber es ist real.

Rechtsschutz: Wenn Behörden Auflagen nachschärfen, der Vermieter kündigt oder ein Mitglied klagt – ein Vereinsrechtsschutz ist für jeden CSC empfehlenswert.

So gehst du es richtig an: Checkliste Sicherheitskonzept

Damit ihr beim nächsten Behördenkontakt und beim nächsten Versicherungsgespräch gut aufgestellt seid, hier die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

Zutrittskontrolle

  • Elektronisches Schließsystem oder chipbasierter Zugang
  • Dokumentierte Zugangsliste (wer hat wann Zutritt gehabt?)
  • Abstand zu Schulen, Kitas, Sportflächen: mind. 250 Meter geprüft

Einbruchsschutz

  • Einbruchhemmende Türen (RC2 oder besser) an Außenzugängen
  • Geprüfte Sicherheitszylinder
  • Fenster gesichert (Aufhebelschutz, Beschläge)
  • Alarmanlage – idealerweise VdS-zertifiziert mit NSL-Aufschaltung
  • Videoüberwachung mit mind. 72h Aufzeichnung

Brandschutz

  • Rauchmelder in allen Räumen
  • Geeignete Feuerlöscher (Typ und Anzahl nach DIN)
  • Flucht- und Rettungsplan erstellt und ausgehängt
  • Bei Gewerbeflächen: Brandschutzgutachten prüfen

Lagerung

  • Cannabis und Saatgut in gesicherten/abschließbaren Bereichen
  • Wertvolles Equipment dokumentiert (Seriennummern, Fotos)
  • Lückenlose Bestandsdokumentation

Dokumentation

  • Sicherheitskonzept schriftlich fixiert und versioniert
  • Verantwortlichkeiten klar benannt
  • Wartungsnachweise für Alarm- und Schließanlagen

Mein Fazit – und ein ehrlicher Hinweis

Ein gutes Sicherheitskonzept ist keine Fleißaufgabe für die Behörde. Es ist die Grundlage dafür, dass ihr überhaupt versicherbar seid – und zwar zu einem Preis, der euren Betrieb nicht gefährdet.

Ich sehe es immer wieder: Clubs, die beim Sicherheitskonzept sparen oder es halbherzig angehen, zahlen später drauf. Entweder über schlechte Versicherungskonditionen, über Lücken im Schutz – oder gar nicht, weil kein Versicherer einsteigen will.

Wer von Anfang an das Sicherheitskonzept konsequent umsetzt und dokumentiert, hat nicht nur weniger Ärger mit der Behörde. Er bekommt auch bessere Versicherungsangebote. Das ist kein Zufall – das ist Mathematik.

Wenn ihr wissen wollt, wie ein vollständiges Versicherungspaket für euren CSC aussieht, was es kostet und worauf ihr achten müsst – sprecht uns einfach an. Wir machen das seit Jahren, kennen die Versicherer, die bereit sind, Cannabis Clubs zu versichern, und wissen, welche Informationen sie brauchen.

Ihr könnt auch gerne einen Blick in unseren Beitrag zum Thema rechtliche Absicherung für CSCs in Zusammenarbeit mit Kanzlei Seestädt werfen – da gehen wir auch auf die Schnittstelle zwischen Recht und Versicherung ein.

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Oeconomia GmbH Versicherungsmakler Tel.: 040 – 603 1081 E-Mail: service@oeconomia.de → Jetzt kostenlosen Beratungstermin vereinbaren