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Wie Babyboomer jetzt noch sinnvoll vorsorgen können

Der Ruhestand rückt näher, und plötzlich taucht die Frage auf, die viele lange vor sich hergeschoben haben: Reicht die gesetzliche Rente eigentlich? Für einen großen Teil der Babyboomer-Generation lautet die ehrliche Antwort nein, und genau das wird oft erst in den letzten Berufsjahren wirklich bewusst. Die gute Nachricht: Auch jetzt lässt sich noch etwas bewegen.

Warum die gesetzliche Rente allein oft nicht reicht

Das deutsche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren, die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen finanzieren die Renten der heutigen Ruheständler. Dieses System gerät zunehmend unter Druck, da immer weniger Beitragszahler einer wachsenden Zahl von Rentenempfängern gegenüberstehen. In den kommenden Jahren wird das Rentenniveau spürbar sinken müssen, um das System finanzierbar zu halten. Für die Generation der Babyboomer bedeutet das konkret: Ohne zusätzliche private Vorsorge kann der finanzielle Spielraum im Ruhestand deutlich schrumpfen.

Warum die Riester-Rente jetzt meist wenig bringt

Wer erst kurz vor der Rente mit privater Vorsorge beginnt, stößt bei der Riester-Rente schnell an Grenzen. Grund dafür ist die Begrenzung der förderfähigen Beiträge auf maximal vier Prozent des Bruttojahreseinkommens. Wer spät beginnt, kann damit meist keine nennenswerten zusätzlichen Rentenansprüche mehr aufbauen, der verbleibende Zeitraum bis zum Renteneintritt ist einfach zu kurz, um über diesen Weg noch viel zu bewegen. Wer wissen möchte, wann ein bestehender Riester-Vertrag sogar zur Kostenfalle werden kann, findet eine ausführliche Einordnung in unserem Beitrag Riester und Rürup 2026: Wann der alte Altersvorsorgevertrag zur Kostenfalle wird.

Warum die Basisrente für Babyboomer oft die bessere Wahl ist

Für ältere Vorsorgesparer mit gutem Einkommen oder Vermögen ist die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, oft die deutlich wirksamere Alternative. Ihr größter Vorteil liegt in der hohen steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge, gerade in den letzten, oft einkommensstärksten Berufsjahren kann das einen spürbaren Unterschied machen.

Die Einzahlungen in die Basisrente lassen sich bis zu den jeweils geltenden Höchstbeträgen vollständig als Sonderausgaben geltend machen. Im Jahr 2026 sind bis zu 30.825,60 Euro absetzbar. Für Verheiratete und eingetragene Lebenspartner verdoppelt sich dieser Betrag bei gemeinsamer Veranlagung auf 61.651,20 Euro, die beide frei untereinander aufteilen können. Die Basisrente eignet sich sowohl für klassische Versicherungslösungen mit garantierter Verzinsung als auch für fondsgebundene Varianten mit höheren Renditechancen. Wie genau sich diese Steuervorteile im Detail berechnen und für wen sich eine fondsgebundene Variante besonders lohnt, lesen Sie in unserem Beitrag Rürup-Rente: Gutverdiener können hohe Steuerförderung nutzen.

Für wen sich dieser Weg besonders lohnt

Gerade für Selbstständige, Freiberufler und gutverdienende Angestellte ist die Basisrente ein wirkungsvolles Instrument, um in den letzten Berufsjahren gezielt Steuern zu sparen und gleichzeitig eine lebenslange private Zusatzrente aufzubauen. Typisch ist in der Beratungspraxis, dass genau diese Zielgruppe das Potenzial der Basisrente lange unterschätzt, weil sie fälschlicherweise annimmt, für private Vorsorge sei es ohnehin zu spät.

Häufige Fragen zur Vorsorge für Babyboomer

Lohnt sich Riester noch, wenn ich erst mit 55 beginne?
In den meisten Fällen kaum. Die Förderung ist auf vier Prozent des Bruttojahreseinkommens begrenzt, sodass sich in wenigen verbleibenden Berufsjahren kaum nennenswerte Ansprüche aufbauen lassen.

Wie hoch ist der steuerliche Vorteil der Basisrente konkret?
Das hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz ab. Da die Beiträge bis zum Höchstbetrag vollständig als Sonderausgaben absetzbar sind, profitieren besonders Personen mit hohem Einkommen und entsprechend hohem Grenzsteuersatz.

Kann ich Basisrente und Riester-Rente gleichzeitig nutzen?
Grundsätzlich ja, beide Vorsorgeformen schließen sich nicht gegenseitig aus. Ob eine Kombination für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Nutzen Sie die verbleibende Zeit aktiv

Diese Übersicht ersetzt keine individuelle steuerliche oder finanzielle Beratung. Vereinbaren Sie jetzt einen kostenlosen Beratungstermin, wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welche Vorsorgelösung in Ihren verbleibenden Berufsjahren noch den größten Unterschied macht.