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Handwerk in Zahlen: Warum das Transportrisiko jeden dritten Betrieb betrifft

Wer sich mit Handwerksbetrieben über Versicherungsfragen unterhält, hört oft denselben Satz: Diebstahl unterwegs, das trifft doch eher die Großen, die mit vollen Lkw-Ladungen durchs Land fahren. Ein Blick auf die tatsächliche Struktur der Branche zeigt ein anderes Bild.

Wie groß das Handwerk in Deutschland wirklich ist

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2024 rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland. In den Handwerksrollen eingetragen waren zum selben Zeitpunkt sogar 1.038.315 Betriebe. Die mit Abstand größte Gewerbegruppe ist das Ausbaugewerbe mit rund 213.000 Unternehmen, gefolgt von den weiteren zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Handwerken.

Die entscheidende Zahl für die Versicherungsfrage ist eine andere: 99,5 Prozent dieser Betriebe zählen zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Das Handwerk in Deutschland ist also weit überwiegend kleinteilig organisiert, geprägt von Betrieben mit wenigen Mitarbeitern, einem oder wenigen Fahrzeugen und einem Werkzeug- und Materialbestand, der sorgfältig kalkuliert ist, weil kein großer finanzieller Puffer dahintersteht.

Warum gerade diese Struktur das Risiko verschärft

Genau diese Kleinteiligkeit ist der Punkt, an dem das Transportrisiko unterschätzt wird. Ein Großbetrieb mit eigener Logistikabteilung kann einen Diebstahlschaden im fünfstelligen Bereich in der Regel abfedern, verteilt über Rücklagen, mehrere Standorte oder ein breiteres Auftragsvolumen. Ein Ein-Mann- oder Kleinbetrieb, der mit einem einzigen vollausgestatteten Transporter von Baustelle zu Baustelle fährt, hat diesen Puffer meist nicht. Fällt das Werkzeug für mehrere Wochen aus, weil Wiederbeschaffung, Schadensabwicklung und möglicherweise ein Ausweichfahrzeug organisiert werden müssen, wirkt sich das unmittelbar auf die Auftragslage und damit auf den Umsatz aus.

In unserer Beratungspraxis sehen wir immer wieder, dass genau diese Betriebsgröße beim Thema Diebstahlschutz am schlechtesten abgesichert ist, nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil das Risiko im Tagesgeschäft schlicht selten thematisiert wird, bis der erste Schaden eintritt. Welche Versicherungslücke dabei konkret entsteht und wie sich mobiles Werkzeug im Fahrzeug tatsächlich absichern lässt, haben wir in unserem Beitrag Warum Ihre Kfz-Versicherung Ihr Werkzeug nicht schützt ausführlich erklärt.

Wenn der Handwerksbetrieb selbst zum Frachtführer wird

Ein weiterer Aspekt, der bei kleineren Betrieben oft übersehen wird: Sobald ein Handwerksunternehmen regelmäßig Material, Maschinen oder fremde Ware für Kunden transportiert, etwa bei Lieferungen an Baustellen oder beim Materialtransport zwischen mehreren Projekten, bewegt es sich versicherungstechnisch in einem ähnlichen Grenzbereich wie klassische Speditionen. Die Frage, welche Police im Schadensfall greift, die Kfz-Versicherung, eine Inventarversicherung oder eine spezialisierte Transportlösung, hängt stark davon ab, wessen Eigentum transportiert wird und in welchem Umfang. Wie sich diese beiden Absicherungsarten grundsätzlich unterscheiden und welche für welchen Betriebstyp sinnvoller ist, ordnen wir in unserem Vergleich zwischen Umsatzpolice und klassischer Handelswarenversicherung ein.

Was diese Zahlen für Ihren Betrieb bedeuten

Die 99,5 Prozent sind letztlich keine abstrakte Statistik, sondern eine ziemlich genaue Beschreibung der meisten Betriebe, die diesen Beitrag lesen. Wer als kleiner oder mittlerer Handwerksbetrieb regelmäßig mit vollausgestattetem Fahrzeug unterwegs ist, sollte sich nicht an der Frage orientieren, ob ein Diebstahl grundsätzlich vorkommt, sondern daran, wie gut der eigene Betrieb finanziell durchhält, wenn er einmal betroffen ist.

Wenn Sie einschätzen möchten, wo Ihr Betrieb aktuell steht, sprechen Sie uns an. In unserer Beratungspraxis gehen wir gemeinsam durch, welches Risiko zu Ihrer Betriebsgröße und Ihrem Fahrzeugeinsatz passt. Jetzt Beratungstermin vereinbaren.