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Als Selbstständiger Kredit bekommen: Was Banken wirklich sehen wollen – und warum die Absicherung das größere Thema ist

Sie sind selbstständig und brauchen einen Kredit. Vielleicht für ein neues Fahrzeug, eine Büroausstattung oder eine Liquiditätsbrücke. Was Sie dann erleben, kennen viele aus der Praxis: Die Bank zieht die Augenbrauen hoch, verlangt Unterlagen, die Sie kaum vorhalten können – oder lehnt ganz ab.

Das hat einen Grund, der mit Ihnen persönlich nichts zu tun hat. Es hat damit zu tun, wie Banken Risiken bewerten. Und wenn Sie verstehen, wie Banken denken, können Sie Ihren Kreditantrag gezielt vorbereiten.

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Warum bekommen Selbstständige schwerer Kredit als Angestellte?

Die Antwort ist simpel: Banken wollen wissen, ob Sie den Kredit zurückzahlen können. Bei einem Angestellten mit Festgehalt ist das leicht zu beurteilen – Gehaltszettel, Arbeitsvertrag, fertig. Bei einem Selbstständigen oder Freiberufler sind Einkommen und Liquidität von Monat zu Monat verschieden. Schlechte Monate gibt es in fast jeder Selbstständigkeit, und für Banken bedeutet das: Risiko.

Das macht einen Kredit für Sie nicht unmöglich – aber es macht die Vorbereitung wichtiger.

Welche Unterlagen brauchen Banken von Selbstständigen?

Statt eines Gehaltszettel müssen Sie andere Einkommensnachweise liefern. Was Banken in der Regel akzeptieren:

Steuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre – idealerweise mit steigendem oder stabilem Einkommen. Eine Einkommensteuerfestsetzung zeigt, was das Finanzamt als Einkommen anerkannt hat.

Jahresabschlüsse oder Einnahmen-Überschuss-Rechnungen – je nach Unternehmensform und Buchführungspflicht. Aus Sicht der Bank interessiert vor allem das Betriebsergebnis nach allen Kosten.

Aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) – die aktuellen Zahlen des laufenden Jahres, die ein Steuerberater monatlich erstellt. Sie zeigen, wie sich das Geschäft gerade entwickelt.

Private Kontoauszüge – bei Einzelunternehmern wird oft auch das private Konto betrachtet, weil Betriebs- und Privatleben finanziell eng verbunden sind.

Je stabiler und nachvollziehbarer das Bild ist, das diese Unterlagen zeichnen, desto besser die Kreditchancen.

Welche Sicherheiten helfen beim Kreditantrag?

Wer Sicherheiten anbieten kann, hat deutlich bessere Chancen – auch wenn das Einkommen schwankt:

Bei einem Autokredit kann der Fahrzeugbrief als Sicherheit hinterlegt werden. Das Fahrzeug bleibt bei Ihnen, aber die Bank hat im Ernstfall Zugriff auf das Fahrzeug.

Als Immobilieneigentümer haben Sie einen erheblichen Vorteil: Gegen Eintragung einer Grundschuld lassen sich auch größere Darlehen meist problemlos finanzieren. Das Eigenheim ist die stärkste Sicherheit, die eine Bank akzeptiert.

Wenn Sie selbst keine Sicherheiten haben, aber ein Partner oder nahestehende Person mit festem Einkommen und guter Bonität als Mitschuldner unterschreibt, verbessert das die Kreditchancen erheblich. Die Bank bewertet dann das kombinierte Risiko beider Personen.

Welche Laufzeit sollten Selbstständige wählen?

Banken vergeben an Selbstständige ungern Kredite mit langer Laufzeit, weil sich das Risiko der schwankenden Geschäftsentwicklung über viele Jahre stark auswirkt. Als Faustregel gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto besser die Konditionen und desto höher die Chancen auf Bewilligung.

Prüfen Sie, welche monatliche Rate Sie auch in einem schlechten Geschäftsmonat noch tragen könnten – und wählen Sie die Laufzeit so kurz wie möglich, ohne Ihre Liquidität zu gefährden.

Warum die Schufa für Selbstständige besonders zählt

Auch ein ansonsten gut aufgestellter Kreditantrag scheitert, wenn die Schufa-Auskunft negative Einträge zeigt. Rechnungen, Miete und alle anderen Verbindlichkeiten sollten immer pünktlich bezahlt werden – nicht nur des Kredits wegen, sondern weil Schufa-Einträge bis zu drei Jahre bestehen bleiben und in dieser Zeit alle Kreditanfragen beeinflussen.

Was hat das mit Ihrer Absicherung zu tun?

Das ist der Punkt, den Banken selten ansprechen – der aber für Selbstständige genauso wichtig ist wie die Kreditgenehmigung selbst:

Wenn Sie krank werden und mehrere Wochen oder Monate ausfallen, bricht Ihr Einkommen ein. Die Kreditraten laufen weiter. Das ist eine der gefährlichsten Situationen für Selbstständige – und eine, die durch ein Krankentagegeld oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung absicherbar ist.

Was passiert, wenn Sie als Selbstständiger krank werden und kein Netz haben, erklären wir in diesem Beitrag: Wenn Selbstständige krank werden: Das Krankentagegeld als finanzielle Lebensader

Und warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Selbstständige – nicht nur für Angestellte – unverzichtbar ist: Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum die Rente für den Ernstfall kein Luxus ist

Kreditvermittlung ist nicht unser Kerngeschäft. Aber wir helfen Ihnen, die Absicherung aufzubauen, die Sie als Selbstständiger brauchen – damit ein Ausfall nicht zur Existenzkrise wird.

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