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Blitzschäden 2024: Rekordschäden – und viele Haushalte sind nicht richtig versichert

Alle zweieinhalb Minuten trifft ein Blitz irgendwo in Deutschland ein. Klingt abstrakt – bis es dein Haus trifft. Oder genauer: bis es die Elektronik trifft, die heute in jedem Haushalt steckt. Und dann geht es schnell um vierstellige Beträge.

Die Zahlen für 2024 sprechen eine deutliche Sprache: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat rund 220.000 gemeldete Blitz- und Überspannungsschäden ausgewertet – mit einem Gesamtschaden von rund 350 Millionen Euro. Der höchste Wert seit über zwei Jahrzehnten.

Und was uns in der Beratungspraxis wirklich beschäftigt: Es sind nicht die Extremfälle, die diesen Rekord treiben. Es ist der Durchschnittsschaden, der gestiegen ist – auf 1.600 Euro pro Fall. Das sind 200 Euro mehr als im Vorjahr. Jahr für Jahr.

Ihr Versicherungsschutz sollte das wissen. Ob er es tut, ist eine andere Frage.

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Warum werden Blitzschäden teurer – obwohl Blitze genauso einschlagen wie früher?

Die Antwort liegt nicht in der Natur, sondern in unseren Häusern.

Ein Haushalt der 1990er Jahre hatte ein paar Haushaltsgeräte, einen Fernseher, vielleicht einen PC. Heute ist das anders. Wärmepumpen mit elektronischen Steuerungseinheiten, Photovoltaik-Wechselrichter, Smart-Home-Systeme, zwei Laptops, Spielekonsolen, hochwertige Küchengeräte – ein moderner Haushalt ist ein kleines Rechenzentrum.

Und all diese Elektronik reagiert empfindlich auf das, was nach einem Blitzeinschlag durch die Leitungen jagt: eine Überspannungswelle.

Blitzschlag und Überspannung – das ist nicht dasselbe

Das ist ein Punkt, der in der Beratungspraxis immer wieder für Überraschungen sorgt:

Direkter Blitzschlag bedeutet, dass der Blitz das Gebäude selbst trifft. Dach, Mauerwerk, Kamin – das sind klassische Schäden. Hier zahlt die Wohngebäudeversicherung.

Überspannungsschaden entsteht, wenn der Blitz in der Nähe einschlägt – bis zu zwei Kilometer entfernt – und sich die Energie über Strom- oder Telefonleitungen entlädt. Das kaputte Gerät steht also in einem Haus, das gar nicht direkt getroffen wurde. Und genau das ist der häufigste Fall.

Jetzt kommt der entscheidende Punkt: In vielen älteren Versicherungstarifen sind Überspannungsschäden nicht oder nur mit stark begrenzter Summe versichert. Manchmal nur bis zu fünf Prozent der Versicherungssumme. Wer das nicht weiß, erlebt nach dem Gewitter eine böse Überraschung.

Moderne Tarife decken Überspannungsschäden heute standardmäßig ab – aber eben nur, wenn der Vertrag entsprechend aktuell ist.

Ein Fall aus unserer Beratungspraxis

Ein Kunde rief uns nach einem Sommergewitter an. Der Blitz schlug in einen Baum drei Grundstücke weiter ein – sein Haus wurde nicht direkt getroffen. Trotzdem war hinterher die Steuerungseinheit seiner Luft-Wasser-Wärmepumpe komplett ausgefallen. Schadensbetrag: knapp 2.800 Euro.

Das Gute: Wir hatten seinen Wohngebäudevertrag ein Jahr zuvor aktualisiert. Der Versicherer übernahm die Kosten ohne Diskussion.

Mit seinem alten Vertrag hätte er einen Großteil selbst tragen müssen – Überspannungsschäden waren dort auf ein Minimum begrenzt.

Wer zahlt was – Wohngebäude oder Hausrat?

Diese Frage ist wichtig, damit im Schadensfall nichts zwischen zwei Versicherungen durchfällt.

Die Wohngebäudeversicherung übernimmt alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist: Heizungsanlage, Photovoltaik-Anlage, fest installierte Smart-Home-Systeme, Elektroinstallationen.

Die Hausratversicherung übernimmt alles Bewegliche: Laptop, Fernseher, Spielekonsole, Kaffeemaschine, Router.

Wer nur eine der beiden Versicherungen hat – oder bei beiden veraltete Tarife – hat im Schadensfall ein Problem. Aufgrund unserer Erfahrung mit Schadensfällen empfehlen wir, beide Policen aufeinander abzustimmen und gemeinsam zu überprüfen. Doppelabsicherung kostet wenig, eine Lücke kostet viel.

Was Sie selbst tun können – technisch und versicherungsseitig

Neben dem richtigen Versicherungsschutz gibt es praktische Maßnahmen, die das Risiko deutlich reduzieren:

Äußerer Blitzschutz: Ein klassischer Blitzableiter schützt die Bausubstanz. Für Häuser mit Photovoltaik-Anlage ist das besonders relevant.

Innerer Überspannungsschutz: Spezielle Schutzmodule im Sicherungskasten fangen Überspannungswellen ab, bevor sie die Geräte erreichen. Als einfachere Lösung: hochwertige Steckerleisten mit integrierten Überspannungsschutz für empfindliche Elektronik.

Versicherungscheck: Prüfen Sie, ob Ihr aktueller Wohngebäude- und Hausratvertrag Überspannungsschäden vollständig abdeckt – nicht nur anteilig. Aufgrund unserer Erfahrung lohnt sich dieser Check besonders bei Verträgen, die älter als fünf Jahre sind.

Was bedeutet das für Sie konkret?

Wenn Ihre Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung älter ist, lohnt sich ein Blick in die Vertragsbedingungen. Nicht wegen der Prämie – sondern wegen der Deckung.

Die Prämien für moderne Tarife sind in vielen Fällen kaum höher als für alte. Der Unterschied liegt im Leistungsumfang – und der kann im Schadensfall entscheidend sein.

Wir bei Oeconomia prüfen Ihre bestehenden Verträge kostenlos und zeigen Ihnen, ob und wo es Lücken gibt. Ohne Verkaufsdruck, mit klarer Einschätzung.

Ihr Versicherungsschutz verdient einen ehrlichen Check – besonders bevor das nächste Gewitter kommt.

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Oeconomia GmbH Versicherungsmakler Tel.: 040 – 603 1081 E-Mail: service@oeconomia.de → Jetzt kostenlosen Beratungstermin vereinbaren