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Altersvorsorge für Babyboomer: Warum die Basisrente auch kurz vor dem Ruhestand noch ein Steuerhebel ist

Wer in den 1960ern geboren wurde, ist 2026 zwischen 57 und 66 Jahre alt. Der Renteneintritt ist nah – für manche ist er bereits da. Und für viele stellt sich jetzt, mit ehrlichem Blick auf den Kontoauszug und die Renteninformation, eine unbequeme Frage: Reicht das wirklich?

Die gesetzliche Rente allein wird es für die Generation der Babyboomer in den meisten Fällen nicht richten. Das ist keine neue Erkenntnis – aber mit jedem Jahr, das vergeht, wird sie konkreter. Wer jetzt noch aktiv wird, hat noch Möglichkeiten. Eine der wirksamsten für Menschen mit mittlerem bis gutem Einkommen ist die staatlich geförderte Basisrente – besser bekannt als Rürup-Rente.

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Warum die gesetzliche Rente allein nicht reicht

Das Rentensystem in Deutschland arbeitet nach dem Umlageverfahren: Die Beiträge der Berufstätigen von heute werden direkt an die Rentner von heute ausgezahlt. Was wie ein Solidarprinzip klingt, hat eine mathematische Schwachstelle: Wenn immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner finanzieren müssen, muss entweder das Rentenniveau sinken – oder die Beiträge steigen.

Beide Entwicklungen sind in Deutschland bereits Realität. Das Rentenniveau hat sich über die letzten Jahrzehnte merklich verringert. Viele Experten rechnen damit, dass es weiter unter Druck geraten wird, selbst wenn neue Reformmodelle mehr Kapitalmarktorientierung bringen.

Für die Babyboomer bedeutet das: Wer in den letzten Berufsjahren noch etwas tun möchte, sollte das jetzt tun – mit einem klaren Blick auf das, was steuerlich möglich ist.

Was ist die Basisrente – und für wen lohnt sie sich?

Die Basisrente (Rürup-Rente) ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, das primär als Steuersparinstrument konzipiert ist. Das macht sie besonders interessant für Menschen mit mittlerem bis hohem Einkommen, die in der Spätphase des Berufslebens noch größere Beträge steuerlich wirksam anlegen wollen.

Konkret: In 2026 können Alleinstehende bis zu 29.344 Euro an Basisrentenbeiträgen vollständig als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Verheiratete und eingetragene Lebenspartner kommen auf 58.688 Euro. Die 100-Prozent-Absetzbarkeit gilt seit 2023 – der frühere Stufenplan ist bereits abgeschlossen.

Das bedeutet: Wer in der Endphase seines Berufslebens noch höhere Einkünfte hat und gleichzeitig für das Alter vorsorgen möchte, kann mit der Basisrente einen erheblichen Teil des Beitrags durch eingesparte Steuern gegenfinanzieren. Wer im Spitzensteuersatz liegt, zahlt real deutlich weniger als nominell eingezahlt.

Was Sie über die Basisrente unbedingt wissen müssen

Ein Rürup-Vertrag hat einige strukturelle Eigenschaften, die vor dem Abschluss klar sein müssen:

Die Basisrente ist unkündbar. Das eingezahlte Kapital ist bis zur Rente gebunden und kann nicht vorzeitig ausgezahlt werden. Wer das Geld möglicherweise kurzfristig benötigt, sollte das einkalkulieren.

Das Kapital ist im Todesfall grundsätzlich nicht vererbbar – außer an Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner unter bestimmten Bedingungen. Für Alleinstehende ohne Partner bedeutet das: Das Kapital geht im Todesfall vor Rentenbeginn verloren.

Im Gegenzug für diese Einschränkungen ist die Basisrente pfändungsgeschützt – das Kapital zählt nicht zum verwertbaren Vermögen, wenn es um Hartz IV oder Bürgergeld geht.

Ob die Basisrente in Ihrer Situation die richtige Wahl ist, hängt von Ihrem Steuersatz, Ihrem sonstigen Vermögen, Ihren Plänen für die Rente und Ihrer familiären Situation ab. Was die Basisrente kann – und wo sie ihre Grenzen hat – erklären wir ausführlich: Riester und Rürup 2026: Wann der alte Altersvorsorgevertrag zur Kostenfalle wird

Was ist mit Riester für Babyboomer?

Riester ist für Menschen in der Spätphase des Berufslebens in der Regel weniger geeignet. Der Grund: Die staatliche Förderung ist an einen Eigenbeitrag von vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens geknüpft. Dieser Betrag ist gedeckelt – wer in kurzer Zeit noch eine substanzielle Rentenerhöhung aufbauen will, stößt schnell an die Grenzen.

Anders die Basisrente: Hier können deutlich höhere Beträge eingezahlt und steuerlich abgesetzt werden. Gerade in den letzten fünf bis zehn Berufsjahren, wenn das Gehalt auf seinem Höchststand ist und die Kinder aus dem Haus sind, bietet das einen echten Gestaltungsspielraum.

Welche Lösung passt zu Ihnen?

Es gibt keine pauschale Antwort. Was für die Basisrente spricht und was dagegen, was Riester noch leisten kann und ob eine andere Vorsorgeform – fondsgebundene Rentenversicherung, Sofortrente, betriebliche Altersvorsorge – besser passt: Das hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.

Einen Überblick über alle Vorsorge- und Kapitaloptionen, die wir für Sie vergleichen: → Vorsorge & Kapital

Wir analysieren Ihre Situation und zeigen Ihnen ehrlich, welche Lösung in Ihrer Lebensphase wirklich noch Sinn ergibt.

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