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Riester und Rürup 2026: Wann der alte Altersvorsorgevertrag zur Kostenfalle wird

Irgendwo in Ihrem Ordner liegt er. Der Riester-Vertrag, den Sie 2008 abgeschlossen haben. Damals hat der Berater erklärt, das sei die sichere Sache – staatlich gefördert, garantiert, solide.

Seitdem schauen Sie vielleicht einmal im Jahr in die Jahresstandsmitteilung. Und fragen sich: Warum ist da so wenig drin?

Die Antwort ist unbequem, aber sie ist wichtig – und sie ist der Grund, warum wir diesen Beitrag schreiben.

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Was gerade politisch passiert – und warum es Sie direkt betrifft

Die Diskussion um die Altersvorsorge in Deutschland ist im Frühjahr 2026 wieder in Bewegung geraten. Bundeskanzler Friedrich Merz hat öffentlich über Reformideen nachgedacht – mehr Aktienorientierung, mehr Eigenverantwortung, weniger staatlich verordnetes Sparen in Produkten, die kaum Rendite bringen.

Parallel zeigen aktuelle Analysen: Viele Riester- und Rürup-Produkte haben nach Kosten und Inflation eine negative Realrendite – das heißt, der Sparer hat nach 20 Jahren weniger Kaufkraft als eingesetzt.

Das ist kein Skandal. Es ist ein strukturelles Problem eines Systems, das in einer anderen Zinsepoche entworfen wurde. Aber es ist Ihr Problem – und Sie sollten es kennen.

Was Riester wirklich leisten kann – und was nicht

Riester-Renten sind staatlich gefördert: Grundzulage, Kinderzulage, Sonderausgabenabzug. Das klingt attraktiv. Und tatsächlich ist die Förderung für bestimmte Gruppen nach wie vor sinnvoll – nämlich für Personen, die:

Viele Kinder haben (die Kinderzulagen machen einen erheblichen Teil der Rendite aus), einen relativ niedrigen Steuersatz haben (denn im Alter wird die Riester-Rente besteuert – wer im Alter gut verdient oder hohe andere Einkünfte hat, zahlt am Ende mehr Steuern als gedacht) und einen Vertrag mit niedrigen Verwaltungskosten haben.

Das Problem liegt im Kleingedruckten: Viele ältere Riester-Verträge haben Abschluss- und Verwaltungskosten, die einen erheblichen Teil der Rendite auffressen. Hinzu kommt die Brutto-Beitragsgarantie – sie schützt zwar vor Verlust, verhindert aber auch, dass das Kapital an den Kapitalmärkten wirklich arbeiten kann.

Ergebnis: Nach Kosten und Inflation bleibt oft weniger übrig, als man eingezahlt hat.

Rürup – die steuerliche Waffe, die oft falsch eingesetzt wird

Die Rürup-Rente (Basisrente) ist anders konzipiert. Sie ist primär ein Steuersparinstrument – für Selbstständige, Gutverdiener und Personen ohne Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Beiträge sind bis zu einem Höchstbetrag steuerlich absetzbar – 2026 bis zu 29.344 Euro für Alleinstehende. Wer im Topsteuersatz ist und ohnehin für das Alter sparen will, kann damit real sehr viel weniger zahlen als nominell.

Das Tückische: Ein Rürup-Vertrag ist unkündbar. Das eingezahlte Kapital ist bis zur Rente gebunden, nicht vererbbar (außer an Ehepartner) und kann nicht beliehen werden. Wer also ohne steuerliche Beratung in Rürup investiert hat und sich das Geld in 10 Jahren für ein Haus wünscht – der kommt nicht ran.

In unserer Beratungspraxis erleben wir regelmäßig, dass Rürup-Verträge verkauft wurden, weil sie für den Berater gut waren – nicht weil sie für den Kunden optimal waren. Das ist kein Vorwurf an alle Berater. Aber es ist ein Grund, bestehende Verträge zu überprüfen.

Was sollten Sie jetzt konkret tun?

Wenn Sie einen Riester- oder Rürup-Vertrag besitzen, empfehlen wir folgende Schritte:

Schritt 1 – Kosten prüfen. Schauen Sie in Ihren Vertrag: Wie hoch sind Abschluss- und Verwaltungskosten? Was bleibt nach allen Gebühren für das Kapital übrig? Viele Jahresstandsmitteilungen verschleiern das durch komplizierte Darstellungen.

Schritt 2 – Förderquote berechnen. Wie viel staatliche Förderung erhalten Sie tatsächlich? Für Alleinstehende ohne Kinder ist die Förderung oft deutlich geringer als beim ursprünglichen Beratungsgespräch dargestellt.

Schritt 3 – Alternativen prüfen. Ist ein Wechsel des Anbieters möglich (bei Riester ja, bei Rürup nein)? Gibt es fondsgebundene Varianten mit niedrigeren Kosten? Wäre eine betriebliche Altersvorsorge eine effizientere Alternative?

Schritt 4 – Steuerliche Gesamtbetrachtung. Wie wird Ihre Altersvorsorge im Alter besteuert? Das Thema Rentenbesteuerung ist einer der am häufigsten ignorierten Faktoren bei der Altersvorsorgeplanung – und kann über Jahrzehnte mehrere zehntausend Euro Unterschied machen.

Passend dazu: Unser Beitrag zu einem aktuellen Urteil rund um die betriebliche Altersvorsorge – ein Thema, das viele Arbeitnehmer direkt betrifft.

Was wirklich funktioniert – und was wir bei Oeconomia empfehlen

Wir sind keine Fans von Pauschalaussagen. Weder „Riester ist immer schlecht“ noch „Rürup lohnt sich für jeden Selbstständigen“. Die Realität ist individuell.

Was wir aufgrund unserer langjährigen Erfahrung sagen können: Die besten Ergebnisse in der Altersvorsorge entstehen durch eine Kombination aus Transparenz (was kostet mein Vertrag wirklich?), Flexibilität (kann ich auf Veränderungen im Leben reagieren?) und Steueroptimierung (wann zahle ich wieviel Steuern auf meine Rente?).

Dafür braucht es keine teuren Produkte. Es braucht eine ehrliche Analyse des Ist-Zustands und einen Plan, der zu Ihrer persönlichen Situation passt – nicht zum Produktportfolio eines Ausschließlichkeitsvertreters.

Als unabhängiger Versicherungsmakler haben wir keinen Anreiz, Ihnen ein bestimmtes Produkt zu verkaufen. Wir verdienen unsere Provision vom Anbieter – nicht von Ihnen. Und wir können Sie zu allen Vorsorge- und Kapitalprodukten beraten, ohne Scheuklappen.

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Oeconomia GmbH Versicherungsmakler Tel.: 040 – 603 1081 E-Mail: service@oeconomia.de → Jetzt kostenlosen Beratungstermin vereinbaren