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Die 70%-Regelung bei Photovoltaik: Was bedeutet das für Ihre Anlage?

Sie planen eine Solaranlage oder haben bereits eine – und stoßen auf den Begriff „70-Prozent-Regelung“. Was dahinter steckt, warum es für viele Anlagenbetreiber relevanter wurde als zunächst gedacht, und was das mit Ihrer Versicherung zu tun hat.

Kurz gesagt: Die 70-Prozent-Regelung besagt, dass eine Photovoltaikanlage maximal 70 Prozent ihrer Nennleistung in das öffentliche Stromnetz einspeisen darf. Klingt technisch – hat aber direkte finanzielle Auswirkungen.

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Woher kommt die 70%-Regelung?

Die Regelung geht auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurück. Sie wurde eingeführt, um eine Überlastung des lokalen Stromnetzes zu vermeiden. Wenn alle Anlagen in einer Straße gleichzeitig bei maximalem Sonnenschein einspeisen würden, käme das Netz an seine Grenzen.

Konkret bedeutet das: Eine Anlage mit 10 kWp Nennleistung darf maximal 7 kWp ins Netz einspeisen. Die verbleibenden 30 Prozent werden entweder selbst verbraucht oder – wenn kein Speicher vorhanden ist – einfach gedrosselt, also nicht genutzt.

Wer ist betroffen?

Die Regelung galt ursprünglich für alle EEG-Anlagen, die nach dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen wurden. Inzwischen wurden durch das EEG 2023 wichtige Änderungen eingeführt: Für viele kleinere Anlagen (insbesondere bis 25 kWp) entfällt die Pflicht zur Wirkleistungsbegrenzung, wenn sie mit einem intelligenten Messsystem (Smart Meter) ausgestattet sind oder wenn der Netzbetreiber das Netz entsprechend steuern kann.

Wichtig: Überprüfen Sie, ob Ihre Anlage unter die neue Regelung fällt oder ob Sie noch der alten 70-Prozent-Begrenzung unterliegen. Das klärt Ihr Netzbetreiber oder ein unabhängiger Energieberater.

Was bedeutet das für die Versicherung?

Wenn Ihre Anlage dauerhaft 30 Prozent ihrer Leistung kappt – entweder weil kein Speicher vorhanden ist oder weil kein Smart Meter eingebaut wurde – verlieren Sie realen Ertrag. Eine gute Photovoltaikversicherung mit Minderertragsdeckung berücksichtigt das. Mehr dazu: Was bedeutet die 20%-Regel für Solarmodule?

Außerdem: Wenn Sie eine Anlage mit einem Batteriespeicher kombinieren, um den Eigenverbrauch zu erhöhen und die 70%-Grenze zu umgehen, sollte der Speicher ebenfalls in Ihre Versicherung eingeschlossen sein. In modernen PV-Spezialdeckungen sind Energiespeicher in der Regel im Rahmen der Versicherungssumme mitversichert.

Praxistipp aus unserer Beratung

Wer seinen Eigenverbrauch optimieren möchte, kombiniert seine Anlage idealerweise mit einem Batteriespeicher. Damit lässt sich die 70%-Grenze praktisch umgehen und gleichzeitig die Abhängigkeit vom Netz reduzieren. Wie viel Eigenverbrauch dabei realistisch ist, erklären wir hier: Wie viel Eigenverbrauch ist bei Photovoltaik realistisch? Und welche Police alle Risiken abdeckt: Welche Versicherung braucht man für eine PV-Anlage?

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