Aktuelle Beiträge

Influencer Haftpflichtversicherung: Warum die normale Haftpflicht nicht reicht

Du hast ein Reel veröffentlicht, die Kooperation lief gut, die Marke war zufrieden. Drei Wochen später liegt ein Schreiben im Postfach. Ein Dritter macht geltend, dass du etwas verwendet hast, was dir nicht gehört, oder dass du ihn in seinen Rechten verletzt hast. Dein erster Gedanke ist vermutlich: Dafür habe ich doch eine Haftpflicht. Genau hier trennt sich bei der Influencer Haftpflichtversicherung das Gefühl von der Wirklichkeit. Denn die Versicherung, die du wahrscheinlich besitzt, ist für einen ganz anderen Schaden gebaut.

Was ist eigentlich ein Vermögensschaden?

Die meisten Haftpflichtversicherungen kennen zwei Arten von Schäden: Personenschäden, wenn jemand verletzt wird, und Sachschäden, wenn etwas beschädigt wird. Ein Vermögensschaden ist etwas anderes. Er entsteht, wenn jemand einen finanziellen Verlust erleidet, ohne dass ein Mensch verletzt oder eine Sache beschädigt wurde. Das passiert bei Content Creatorn ständig, ohne dass es jemand bemerkt: durch einen Beitrag, ein Bild, eine Empfehlung, eine fehlerhafte Angabe.

Typisch ist zum Beispiel folgende Situation: In einem Video läuft im Hintergrund ein Bild, dessen Rechte bei einem Fotografen liegen. Niemand wurde verletzt, nichts wurde zerstört. Trotzdem steht ein Anspruch im Raum, und er ist rein finanziell. Mit solchen Konstellationen kennt sich eine klassische Privathaftpflicht nicht aus, und das ist kein Mangel der Versicherung, sondern ihr Zuschnitt.

Warum helfen deine private Haftpflicht und eine Betriebshaftpflicht hier oft nicht weiter?

Die private Haftpflicht schützt dich in der Regel in deinem Privatleben, nicht bei dem, womit du Geld verdienst. Sobald deine Reichweite zum Geschäftsmodell wird, bewegst du dich beruflich. Wie wichtig die private Absicherung trotzdem bleibt, steht in unserem Beitrag zur Privathaftpflicht für junge Erwachsene. Für die berufliche Seite brauchst du etwas anderes.

Auch eine Betriebshaftpflicht ist nicht die naheliegende Antwort. Sie ist auf Personen- und Sachschäden zugeschnitten, reine Vermögensschäden sind dort in der Regel nicht oder nur eingeschränkt eingeschlossen. Warum ein einziger Schaden ein Unternehmen ernsthaft treffen kann, erklären wir im Beitrag zur Betriebshaftpflicht. Für Influencer und Blogger liegt das eigentliche Risiko aber auf der Seite der Vermögensschäden.

Wenn du an dieser Stelle schon merkst, dass bei dir einiges offen ist, lass es uns kurz anschauen. Du kannst direkt einen Beratungstermin vereinbaren, kostenlos und ohne Verpflichtung.

Was bietet die Vermögensschaden-Haftpflicht der R+V für Influencer und Blogger?

Die R+V hat für diese Berufsgruppe eine eigene Vermögensschaden-Haftpflicht entwickelt. Wir sind als Versicherungsmakler an keine Gesellschaft gebunden und haben für Influencer und Blogger Zugang zu dieser Lösung. Nach den Unterlagen der R+V ist sie für werbliche Content Creator gedacht, die Inhalte erstellen, Produkte oder Dienstleistungen bewerten oder Kampagnen begleiten und dabei Dritte schädigen, nicht den Auftraggeber.

Im Kern geht es um drei Tätigkeitsbereiche. Der erste ist die Erstellung und Veröffentlichung eigener Beiträge auf den eigenen Kanälen, also Posts, Stories, Reels, Videos und Blogartikel. Der zweite ist die Kennzeichnung, Beschreibung und Bewertung von Produkten, Dienstleistungen oder Marken im Rahmen von Kooperationen und Advertorials. Der dritte ist die Teilnahme an Events, Pressereisen und Kampagnen von Unternehmen sowie die Berichterstattung darüber, soweit die Inhalte auf deinen eigenen Kanälen erscheinen.

Die R+V beschreibt das Konzept als offene Berufsbilddeckung. Das bedeutet, dass grundsätzlich die gewöhnlichen Tätigkeiten des Berufs versichert sind und der Schutz nicht an einer Liste einzelner Handgriffe hängt. Ausgenommen sind die in den Bedingungen genannten Ausschlüsse. Als besondere Bausteine für Influencer und Blogger nennt die R+V den Schutz bei Verstößen gegen Geheimhaltungsvereinbarungen, die Mitversicherung immaterieller Schäden aufgrund von Persönlichkeitsrechtsverletzungen sowie die Absicherung von Fehlern bei der Content-Erstellung und der Datenverarbeitung.

Welche Schäden sind typisch, und was gehört nicht dazu?

Als typische Schadenbeispiele nennt die R+V die Verletzung von Urheber- und anderen geschützten Rechten durch die Verwendung nicht genehmigten Bild-, Ton- oder Textmaterials, die fehlende Kennzeichnung von Werbung und die Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Wie sich diese Themen im Alltag zeigen, haben wir in zwei eigenen Beiträgen vertieft, zur Werbekennzeichnung und zum Urheberrecht im Content.

Wichtig ist auch die Grenze. Es geht um Drittschäden. Schäden, die du deinem Auftraggeber zufügst, sind nicht der Kern dieses Konzepts. Für bestimmte Tätigkeiten gibt es außerdem keinen Schutz, zum Beispiel für Anlageberatung, Heilbehandlung und Gesundheitsberatung, den Betrieb eines eigenen Online-Shops oder Auftritte in TV-Formaten. Ob das auf dich zutrifft, lässt sich vor dem Abschluss klären und sollte es auch.

Für wen lohnt sich eine Influencer Haftpflichtversicherung wirklich?

Entscheidend ist nicht die Zahl deiner Follower, sondern dein Geschäftsmodell. Die R+V stellt darauf ab, ob du deine eigene Reichweite oder Personenmarke zur bezahlten Produkt-, Marken- oder Unternehmenskommunikation nutzt. Das sind Kooperationen, Sponsoring, Affiliate-Einnahmen oder Advertorials. Wer Social Media dagegen nur unterstützend für einen anderen Hauptberuf einsetzt, ist oft schon über den Tarif dieses Hauptberufs abgesichert. Eine Privatperson ohne gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit ist nicht Zielgruppe dieses Tarifs.

Was kostet eine Influencer Haftpflichtversicherung?

Eine Pauschale können wir dir ehrlicherweise nicht nennen. Beitrag, Selbstbehalt und die konkrete Ausgestaltung der Bedingungen ermittelt die R+V im individuellen Underwriting. Dabei spielen die Angaben im Fragebogen eine Rolle, etwa dein Jahresumsatz, deine Themenfelder, die gewünschte Versicherungssumme, eine bestehende oder frühere Vermögensschaden-Haftpflicht sowie bereits eingetretene Schäden. Wir beantworten die Fragen mit dir gemeinsam, damit der Antrag vollständig und stimmig ist.

Worauf solltest du bei der Anfrage achten?

Der Fragebogen ist kein Formular zum schnellen Abhaken. Du bist verpflichtet, die Fragen vollständig und wahrheitsgemäß zu beantworten. Bei falschen oder unvollständigen Angaben kann der Versicherer unter Umständen vom Vertrag zurücktreten, und dann steht ausgerechnet im Schadenfall der Schutz infrage. Gerade wenn du in mehreren Themenfeldern unterwegs bist, etwa Beauty, Reise und Tech, lohnt sich ein genauer Blick vorab.

Häufige Fragen zur Influencer Haftpflichtversicherung

Brauche ich als Influencer eine eigene Haftpflichtversicherung?
Wenn du mit bezahlter Produkt- oder Markenkommunikation auf deinen eigenen Kanälen Geld verdienst, ist eine eigene Vermögensschaden-Haftpflicht der passende Baustein. Setzt du Social Media nur begleitend zu einem anderen Hauptberuf ein, kann dieser Hauptberuf-Tarif ausreichen.

Ist eine Vermögensschaden-Haftpflicht dasselbe wie eine Betriebshaftpflicht?
Nein. Die Betriebshaftpflicht deckt vor allem Personen- und Sachschäden. Die Vermögensschaden-Haftpflicht ist für rein finanzielle Schäden Dritter gedacht.

Gilt der Schutz auch für Blogger?
Ja, die R+V behandelt Blogger und Influencer in einem gemeinsamen Konzept. Welche Variante bei dir passt, hängt von deiner Tätigkeit ab. Mehr dazu im Beitrag zur Blogger Versicherung.

Kann ich auch eine Cyberversicherung dazu abschließen?
Nach dem aktuellen Stand der R+V ist der Abschluss einer Cyber-Risk-Versicherung für Influencer und Blogger derzeit nicht möglich. Ob sich dieser Baustein anders lösen lässt, klären wir im Gespräch individuell.

Was passiert, wenn ich Finanz- oder Gesundheitsthemen behandle?
Dann kann der Influencer-Tarif der R+V nicht greifen. Mehr dazu im Beitrag über die Ausschlüsse der Influencer Versicherung.

Fazit: Hol dir Klarheit, bevor ein Schreiben kommt

Die Frage ist selten, ob ein Fehler passiert, sondern was er kostet, wenn er passiert. Eine private Haftpflicht ist für deinen Alltag gebaut, nicht für deine Arbeit als Creator. Die Vermögensschaden-Haftpflicht der R+V setzt genau dort an. Ob sie zu dir passt, entscheidet dein Geschäftsmodell, und das lässt sich in einem kurzen Gespräch klären. Vereinbare dafür einen kostenlosen Beratungstermin oder melde dich unter Wir vergleichen für dich, was wirklich zu deiner Situation passt.